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SG Anspach -Die Tischtennis Hochburg im Hochtaunus
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Schüler-Team wird Deutscher Meister

Der ersten Schülermannschaft der SG Anspach ist es am vergangen Wochenende gelungen nach der Hessischen- und der südwestdeutschen- nun auch die deutsche Mannschaftsmeisterschaft zu gewinnen. Die von der KSG Gerlingen (Baden-Württemberg) hervorragend ausgerichteten nationalen Titelkämpfe stellten den Höhepunkt dieser Saison dar. Nach einem hochdramatischen Turnierverlauf, in dem zum Teil die einzelnen gespielten Bälle ausgezählt werden mussten, konnte sich das Schülerteam um Mannschaftsführer Oliver Krautwald letztlich durchsetzen und sich somit in die Vereinsgeschichte der SG Anspach eintragen.

Startberechtigt für die Meisterschaft waren jeweils die Titelträger und Zweitplatzierten der vier Regionalverbände Nord, West, Südwest und Süd. Nach Anreise und Training am Freitag wurde am Samstag die Vorrunde in zwei Gruppen ausgespielt. Der Anspacher Nachwuchs musste sich in der Gruppe B mit den Zweitplatzierten aus dem Westen (TTC Mennighüffen/Westfalen) und dem Süden (TSV Schwabhausen/Bayern) sowie dem norddeutschen Titelträger (Reinickendorfer Füchse/Berlin) auseinandersetzen. In der Gruppe A waren die Vizemeister aus dem Norden (TSV Heist/Schleswig-Holstein) und Südwesten (TuS Weitefeld-Langenbach/Rheinland) sowie der Süddeutsche Meister (TTC Weingarten/Schwaben) und der Westdeutsche Meister (Borussia Düsseldorf/Westfalen) vertreten. Um den Halbfinaleinzug zu erreichen war also mindestens der zweite Platz in der Gruppe notwendig. Die aufgrund eines Zuschusses der Abteilung sowie des Sponsorings der Firma Caspari Baumangagement GmbH mit neuen Trainingsanzügen, Trikots und Taschen ausgerüsteten und in der Besetzung Jens Schabacker, Marc Rode, Dennis Gross und Oliver Krautwald angetretenen Anspacher starteten jedoch nur sehr schleppend ins Turnier und konnten sich gegen den TTC Mennighüffen nur knapp mit 6:4 durchsetzen. Allein dem Spieler Krautwald gelang es hier nahezu seine Bestform zu zeigen und mit dem Doppelsieg an der Seite von Jens Schabacker sowie zwei Einzelerfolgen drei wichtige Punkte zum Sieg beizusteuern. Marc Rode konnte sich, nach einer enttäuschenden Doppelleistung mit seinem Partner Dennis Gross, in den Einzeln stabilisieren und zwei Punkte erringen. Jens Schabacker gelang immerhin ein Einzelsieg, während Dennis Gross zwei deutliche Niederlagen einstecken musste.

Mit einem Sieg im zweiten Gruppenspiel konnte man nun den Halbfinaleinzug perfekt machen. Mit hoher Motivation gingen die Spieler nun gegen den bayerischen Gegner aus Schwabhausen an die Tische. Die äußerst konzentrierte Leistung spiegelte sich zunächst in der 2:0 Führung nach den Eingangsdoppeln wieder. Auch das vordere Paarkreuz mit Schabacker und Rode hielt sich schadlos und konnte mit recht deutlichen Siegen die Führung auf 4:0 ausbauen. Nachdem nun auch Dennis Gross zu seiner spielerischen Form gefunden hatte und das 5:0 beisteuerte sah alles nach einem glatten 6:0 Sieg aus. Nun musste allerdings der im ersten Spiel noch überragende Krautwlad seine erste Niederlage hinnehmen und es fehlte noch ein Punkt zum Sieg. Sowohl Marc Rode als auch Jens Schabacker zeigten erneut starke Leistungen und gewannen ihre Spiele. Ergebnisrelevant war jedoch nur noch der Sieg von Schabacker zum Endstand von 6:1.

Nachdem nun der Einzug ins Halbfinale erreicht war, hatte man im letzten Gruppenspiel mit dem Norddeutschen Meister aus Reinickendorf den „schwersten Brocken“ zu stemmen. Um sich eine möglichst gute Ausgangsposition für den zweiten Wettkampftag zu verschaffen, wollte man natürlich nun den Gruppensieg erreichen, um im Halbfinale „nur“ auf den Zweitplatzierten der Gruppe A zu treffen. Weil die Berliner ihre Spiele jedoch mit 6:2 gegen Mennighüffen und 6:0 gegen Schwabhausen gewinnen konnten, musste ein Sieg her um die Gruppe zu gewinnen, ein 5:5 Unentschieden hätte aufgrund des schlechteren Spielverhälnisses nicht gereicht.

Das Spiel war von Beginn an spannend und hart umkämpft. In den Eingangsdoppeln konnten Schabacker/Krautwald erneut überzeugen und sich mit 3:1 gegen Bartels/Chmelensky durchsetzen während sich Rode/Gross recht deutlich geschlagen geben mussten. Im vorderen Paarkreuz konnten dann sowohl Schabacker als auch Rode jeweils mit 2:1 in Führung gehen und es deutete sich eine 3:1 Führung an. Rode, der gegen den Berliner Spitzenspieler und die nominelle Nummer 1 des Turniers Marius Gehler zunächst sehr stark agierte, konnte seinen Rhythmus jedoch nicht beibehalten und unterlag letztlich noch mit 2:3 Sätzen. Auch Schabacker konnte mit zunehmender Spieldauer seine Konzentration nicht aufrecht erhalten und verspielte seine Führung noch gegen den technisch defizitären aber psychisch sehr starken Bartels. Nach dieser überraschenden Wende und dem 1:3 Zwischenstand zeigte nun glücklicherweise Dennis Gross seine Nervenstärke und konnte in einem hart umkämpften Spiel Sascha Chmelensky mit 3:2 besiegen. Nach dem ersten Schock konnte sich das Team wieder fangen und auch Oliver Krautwald überzeugte mit einer kämpferisch sehr starken Leistung und dem dadurch verdienten Sieg. Als dann auch Jens Schabacker seine Form wiederfand und in einem spielerisch hochattraktiven Match Marius Gehler besiegen konnte, war die ersehnte Führung mit 4:3 erreicht. Rode hatte dann in seinem zweiten Spiel, welches durch immer wieder wechselnde Führungen geprägt war, im Entscheidungssatz schließlich das Nachsehen. Beim Stand von 4:4 war nun also klar, dass beide Spiele im hinteren Paarkreuz geholt werden mussten, um den Gruppensieg noch zu erreichen. Während Gross mit 2:1 in Führung gehen konnte, hatte Abwehrspieler Krautwald gegen den taktisch cleveren Chmelensky letztlich keine Chance und unterlag. Gross, aufgrund des  nicht mehr erreichbaren Gruppensieges, stark demotiviert verlor letztlich auch noch sein Einzel gegen Alexander Wrobel und somit ging der erste Wettkampftag mit einer 6:4 Niederlage und dem zweiten Gruppenplatz mit durchwachsenen Emotionen seinem Ende entgegen. 

Am Sonntagmorgen musste man nun gegen TTC Weingarten, der die Gruppe A gewinnen konnte, antreten. Aufgrund der örtlichen nähe zum Austragungsort Gerlingen sorgten die Weingartener mit ca. 50 Anhängern, welche mit Trommeln, Rasseln und Tröten ausgerüstet waren, schon am Samstag für eine für Tischtennis-Verhältnisse überaus gewöhnungsbedürftige Geräuschkulisse. Zum Glück waren die Anspacher Spieler und Trainer sich dessen bewußt und konnten sich dementsprechend darauf einstellen. Nach den Eingangsdoppeln stand es erneut 1:1 und erneut konnten sich Schabacker/Krautwald mit 3:1 durchsetzen. Rode/Gross, die ebenfalls ein starkes Spiel zeigten, mussten sich jedoch gegen das erste Doppel der Schwaben mit 3:1 geschlagen geben. Danach verlor Rode gegen den Spitzenspieler und später stärksten Einzelspieler des Turniers Marlon Spieß deutlich mit 3:0. Schabacker setze sich gegen die Nummer zwei Pascal Eisenmann mit 3:1 durch während Krautwald nach sehr starkem Einzel und zwei Matchbällen im Entscheidungssatz noch mit 3:2 das Nachsehen hatte. Dennis Gross konnte anschließend mit einem souveränen 3:0 Sieg zum 3:3 Zwischenstand ausgleichen. Nachdem dem nun auch Schabacker unter frenetischem Jubel der mitgereisten Weingartener Fangemeinde mit 3:0 gegen Spieß verlor, geriet man zum dritten Mal in Rückstand. Marc Rode konnte schließlich mit einem überragenden 3:0 gegen Eisenmann wieder ausgleichen und Dennis Gross gelang es durch einen 3:1 Sieg und vorheriger Abwehr von zwei Satzbällen zum Satzausgleich, das Anspacher Team mit 5:4 in Führung zu bringen. Die Zwischenbilanz zeigte nun, dass den Anspacher aufgrund eines Satzverhälnisses von 18:15 nur noch ein Satz fehlte, um ins Finale einzuziehen. Diese „Bürde“ machte Krautwald einen konzentrierten Spielaufbau sehr schwer und nachedem er beim Stand von 9:9 im ersten Satz diesen noch abgeben musste, brach er nervlich ein und verlor deutlich mit 3:0. Die Schwaben feierten diesen Sieg schon wie den Finaleinzug, doch das Kampfgericht hatte schon während des Spiels mitgerechnet und konnte nur Sekunden dannach verkünden, dass die SG Anspach bei gleichem Satzverhältnis von 18:18 mit 10 Bällen unterschied, das Spiel letztlich für sich entschieden hatte.

Im Finale warteten nun erneut die Reinickendorfer Füchse, die sich im zweiten Halbfinale deutlich mit 6:2 gegen Borussia Düsseldorf durchsetzen konnten. Nach dem Triumph im Halbfinale wollten die Anspacher nun schließlich auch den Titel und gingen vielleicht etwas übermotiviert ins Spiel. Konnte man am Samstag bei gleichen Paarungen noch ein Doppel gewinnnen, mussten sich nun auch Schabacker/Krautwald mit 3:2 geschlagen geben und ihre erste Niederlage des Turniers einstecken. Der frühe 2:0 Rückstand sorgte zwar kurzzeitig für einigen Frust doch diesmal konnte man im vorderen Paarkreuz überzeugen. Schabacker setzte sich in einer hochkonzentrierten Leistung gegen den unangenhm spielenden Bartels durch und entschied das erste Einzel mit 3:0 für sich. Marc Rode konnte in seinem wohl stärksten Spiel des Turniers den Berliner Spitzenspieler Gehler in einem auf technischem Höchstniveau vorgetragenen Spiel mit 3:1 besiegen. Nachdem auch das hintere Paarkreuz stark auftrat und sowohl Dennis Gross erneut mit 3:2 gegen Chmelensky gewinnen konnte als auch Oliver Krautwald seinen Sieg gegen Wrobel vom Vortag diesmal mit 3:1 wiederholte, drehte man den Rückstand zu einer 4:2 Führung. Jens Schabacker hatte nun die Möglichkeit mit einem Sieg gegen Gehler die Vorentscheidung zu erzwingen und ging zunächst auch mit 1:0 (11:4) in Führung. Der Berliner zeigte jedoch nun seine volle spielerische Klasse und konnte den irritierten Schabacker schließlich mit 3:1 besiegen. Als Marc Rode mit einer erneut überragenden Leistung Daniel Bartels mit 3:0 und hohen Satzgewinnen keine Chance ließ, war der Titel beim Stand von 5:3 zum greifen nah. Aufgrund der Erfahrungen aus dem Halbfinale bekamen die Spieler diesmal keine Informationen über das Satzverhältnis. Die Eltern und Trainer stellten jedoch fest, dass mit 19:13 wieder nur ein Satz fehlte um als Sieger von den Tischen zu gehen. Doch erneut erfasste die Spieler ein hohes Maß an Nervosität so kurz vor dem großen Triumph. Es kam, wie es kommen musste und beiden Spiele gingen mit 3:0 an die Füchse aus Berlin. Beim Stand von 5:5 und 19:19 Sätzen, mussten erneute die gespielten Bälle über Sieg oder Niederlage entscheiden. Diesmal hatte das Kampfgericht jedoch nicht schon parallel mitgerechnet und es vergingen die längsten 15 Minuten die Spieler, Eltern und Trainer jemals miterlebt haben bevor das Ergebnis offiziell verkündet wurde. Erneut und diesmal mit 17 Punkten Differenz konnten sich die Schüler der SG Anspach hauchdünn durchsetzen und den nationalen Mannschaftstitel für sich verbuchen. Nach dem Sieg brachen alle Dämme und es wurde schon in der Halle ausgiebig gefeiert. Der in der Heimat schon telefonisch informierte Vorstand, alle Spieler, Eltern und Betreuer trafen sich spontan noch Sonntagabends in Anspach, um bei einem gemeinsamen Essen den Sieg zu feiern. Eine offizielle Meisterfeier wird selbstverständlich noch organisiert werden. Der unerwartete und überragende Titelgewinn stellt den vorläufigen Höhepunkt intensiver Nachwuchsarbeit dar und wurde nur aufgrund einer äußerst geschlossenen Mannschaftsleistung möglich.

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